Entspannungsurlaub im Land des Lächelns

Nachdem unser Jahr doch sehr reise-intensiv war und von meinem Schatz so nebenbei hin und wieder der Hinweis kam dass unsere Urlaube so anstrengend sind, „durfte“ er das Urlaubsziel unserer letzten einwöchigen Reise 2018 aussuchen.

Natürlich musste es ein Badeurlaub sein (obwohl mein Mann nicht gerade der Sonnenbader ist, bedeutet für ihn Entspannung unter anderem den Tag einfach am Meer oder am Pool mit Nichtstun zu verbringen).

Was würde sich da besser anbieten als Thailand? Von uns aus ist es nicht so weit weg, das Klima ist im November optimal zum Baden und wir beide lieben thailändisches Essen. Nachdem ich schon einmal in Thailand war, wollte ich nicht an einen der beiden typischen Orte Phuket oder Koh Samui. Nach kurzer Recherche fiel unsere Wahl dann auf Krabi.

Auch das Hotel war schnell gefunden, da ich im Internet ein super Angebot für das Sofitel gefunden habe, bei dem man einfach nicht Nein sagen kann…. Der finanzielle Aspekt und die Tatsache, dass hier einiges an Sportprogramm geboten wird (eine ganze Woche nur herumliegen ist nicht ganz so mein Fall) fixierten unsere Entscheidung.

Das graue Nantong hinter uns lassend ging es voller Vorfreude zum Flughafen und von dort mittels Direktflug nach Thailand. Von Shanghai geht fast jeden Tag ein Flieger nach Krabi, einziger Nachteil: die Ankunftszeit. Als ich den Flug gebucht habe, hatte ich mir nicht so viel Gedanken darüber gemacht und ehrlich gesagt auch eine kleine Verspätung mit eingerechnet – immerhin flogen wir ja von China weg…. Aber wie sollte es anders sein, wenn man einmal wirklich Zeit ohne Ende hat geht der Flug nicht nur pünktlich sondern auch überpünktlich UND die angegebene Flugzeit wird unterschritten. Wer sollte denn damit rechen?!

Der Flughafen auf Krabi ist ungefähr mit jenem in Linz vergleichbar (alle Oberösterreicher wissen also wovon ich spreche), daher dauerte auch die Einreise nicht lange.

So kam es, dass wir um kurz vor eins im Hotel waren. Die meisten würden jetzt denken: ist doch kein Problem. Grundsätzlich nicht – wenn man nicht das Zimmer erst ab dem nächsten Tag gebucht hätte… . Ich möchte klar stellen, dass wir nicht zu gierig waren eine Nacht mehr zu buchen, ich hatte nur wie gesagt mit einer längeren Reise- und Abwicklungszeit gerechnet. Für uns war es kein Problem weil es ja in Thailand auch Nachts richtig warm bleibt und ich sowieso schon mal eine Nacht am Strand verbringen wollte. Ein derartiges Verhalten würde ich jedoch für Winterurlaube nicht empfehlen ;-).

Nachdem wir dem sehr bemühten Concierge zu verstehen gegeben hatten dass wir wirklich keine Zusatznacht wollten (irgendwie ging das gar nicht in seinen Kopf) machten wir uns auf dem Weg zum Strand.

Ich konnte eigentlich ganz gut schlafen und so genossen wir ein paar Stündchen später einen traumhaften Sonnenaufgang direkt am Meer. Stefan würde diese Nacht wahrscheinlich nicht zu einer seiner schönsten zählen, aber er ist auch leider immer der Arme den die wenigen vorhandenen Gelsen ärgern.

Eines muss ich hier noch positiv hervorheben: obwohl die Zimmer normalerweise erst gegen Mittag fertig sind, konnten wir dann bereits um 7 Uhr in unseres.

Gleich danach hieß es für uns ab an den wunderschönen und vor allem riesigen Pool.

Die ersten paar Tage gingen wir es wirklich sehr ruhig an, ich nahm jeden Morgen an einer Yogaklasse im Freien teil (wirklich eine tolle Art um entspannt in den Tag zu starten), danach gingen wir gemütlich frühstücken, verbrachten den Großteil des Tages am Pool oder Meer, machten mittags beim Aquafitness mit und abends suchten wir uns ein kleines Lokal am Strand wo wir das super leckere Essen und ein paar Cocktails genossen.

Ich hatte vorab im Internet gelesen, dass man sich Kajaks ausborgen und dann zu abgelegenen Buchten padeln kann.

Da unser Hotel am etwas abgelegenen Klong Muang Beach lag, fuhren wir mit dem Shuttle nach Ao Nang. Womit wir nicht gerechnet hatten, war dass es nur einen! Kajakverleih am Ao Nang Beach gibt (zumindest hatten wir nur einen gefunden und auch die Einheimischen die wir fragten zeigten auf den kleinen Verschlag in dem genau sechs Zwei-Mann-Kajaks angeboten wurden). Waren wirklich so wenig Menschen bereit sich im Urlaub ein bisschen sportlich zu betätigen????

Es sah ganz danach aus. Die wenigen Bewegungsfreudigen die es hier gab hatten wohl alle die gleiche Idee, denn als wir uns ein Kajak ausborgen wollten waren gerade alle vergriffen und der Mann riet uns um zwei Uhr nachmittags wieder zu kommen.

Etwas enttäuscht – ich hatte schon Angst wir würden zu wenig Zeit „auf See“ haben – suchten wir uns einen Platz am Strand und warteten. Jene die mich kennen wissen, dass ich nicht gerade der geduldigste Mensch bin….

Ao Nang Beach

Nachdem wir eine Zeit lang in der Sonne gebrutzelt hatten (es war wirklich unglaublich heiß an diesem Tag) erspähten meine Adleraugen am Horizont ein zurückkommendes Kajak. Juhu, wir mussten doch nicht bis zwei warten.

Und so machten wir uns für unsere 4-stündige Tour bereit, zogen unsere UV-Shirts an – ohne die wären wir wahrscheinlich als Krebse retour gekommen – und packten unsere Sachen in das Drybag das wir vom Kajakvermieter bekommen hatten.

Entgegen meinen Erwartungen kenterten wir nicht auf den ersten Metern 🙂 und nach ein paar wenigen Paddelschlägen hatten wir den Dreh raus und kamen relativ schnell voran. Ich muss gestehen, dass mich das wirklich überrascht hat wie schnell Stefan und ich es geschafft hatten einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, obwohl wir das beide noch nie gemacht hatten.

Das Gefühl so frei auf dem Wasser zu sein, einfach hinfahren zu können wo man will und sich doch so klein vorzukommen auf den unendlichen Weiten des Meeres war atemberaubend!

Ich war geflasht von der Schönheit der kleinen Buchten mit den feinen Sandstränden und den dazwischen immer wieder aufragenden Felsen welche verwinkelte Höhlen beherbergten.

Immer wieder rasten Longtail-Boote mit Touristen bei uns vorbei und ich dachte mir nur: „Wie schade wenn man so schnell an allem vorbeirast und so wenig von den kleinen Dingen mitbekommt“.

Es dauerte ca. 40 Minuten bis wir den bekannten Railay Beach erreichten. Dort kauften wir uns einen kleinen Snack bevor wir gleich wieder mit dem Kajak weiterfuhren, denn es wimmelte hier nur so von Touristen und es war uns einfach zu viel los.

Wir erkundeten die nahe gelegenen Felsen und paddelten einfach drauflos bis wir eine kleine Bucht mit nur einem weiteren Kajak gefunden hatten. Hier rasteten wir ein bisschen. Ich muss schon sagen dass das paddeln ganz schön in die Arme ging und war erleichtert dass wir es „nur“ für 4 Stunden gemietet hatten.

Als sich die Zeit schön langsam dem Ende zuneigte machten wir uns auf den Rückweg und waren anschließend doch froh als wir wieder beim Verleih zurück waren denn der Wind hatte aufgefrischt und das machte die ganze Geschichte noch anstrengender (bei ohnehin schon schwindenden Kräften).

Wir genossen dann noch ein super leckeres Essen und eine Thai-Massage am Strand in Ao Nang bevor wir mit dem Shuttle wieder zurück ins Hotel fuhren.

Am nächsten Tag spürten wir beide unsere Arme und Schultern ziemlich und so kam uns ein gemütlicher Tag am Pool ganz gelegen bevor dann am Freitag mein absolutes Highlight auf dem Programm stand.

Ich wollte unbedingt etwas mit Elefanten unternehmen, jedoch auf jeden Fall vermeiden dass die armen Tiere – wie leider viel zu oft – dafür leiden müssen. Nicht selten stehen sie angekettet in der Sonne bis sie gezwungen werden Touristen auf ihren Rücken herum zu tragen.

Daher mein Appell an Jeden der irgendwo liest „Trekking mit Elefanten“: lasst die Finger davon und reitet auf keinen Fall auf diesen majestätischen Tieren!!! 

Bevor ihr irgendeine Tour bucht, fragt genau nach wie diese aussieht.

Ich habe mich erkundigt und ein Elephant Sanctuary in der Nähe gefunden und einen Halbtagesausflug dorthin gebucht. Dieses bietet alten und misshandelten Elefanten ein Zuhause. Jeder der Elefanten dort wohnt in einem Familienverbund mit seinem Trainer.

Es war für mich beeindruckend zu sehen, welch enge Beziehung zwischen den Elefanten und ihren Menschen besteht. In der Gruppe befand sich auch eine blinde Elefantendame die alleine durch die Worte ihres Trainers vom Kennenlernplatz zur Schlammgrube und zum Fluss geführt wurde.

Ich denke man sieht welche Freude ich hatte…

Während des Aufenthalts im Sanctuary lernten wir als Erstes den Umgang mit den Elefanten und machten uns mit ihnen bekannt – wie sollte es anders sein: natürlich mit Futter. 🙂

Danach ging es gemütlich zur Schlammgrube in der wir den Dickhäutern eine Schlammpackung verpassten. Man merkte dass ihnen das besonderen Spaß machte, denn sie langten mit den Rüsseln in den Schlamm und spritzten ihn sich auf den Rücken und den Bauch. Natürlich bekamen auch wir jede Menge davon ab….

Eine Schlammpackung gab es nicht nur für die Elefanten

Wie bei jeder Beautybehandlung muss man sich nach der Einwirkzeit auch wieder von seiner Schlammpackung befreien und so ging es dann zum nahe gelegenen Flussbett in dem wir gemeinsam mit den Elefanten ein Bad namen.

Beinahe hätte ich dabei mein Handy geschrottet, denn ich dachte das bereits alle Elefanten im Wasser waren und legte es in den Sand. Doch es kam noch ein Nachzügler der dann geradewegs über mein Handy hinwegtrampelte. Gott sei Dank gab der Sand nach und so ist Nichts passiert. Aber ansonsten könnte man auch nur sagen: selber Schuld, sie wären ja nicht wirklich so leicht zu übersehen 😉

Dieser halbe Tag war für mich das absolute Highlight des Urlaubs. Den sanften Riesen so nah zu sein war für mich eine atemberaubende Erfahrung die ich sicher nie vergessen werden!

So stark und doch so sanft

Es ist einfach unglaublich wie klug und einfühlsam diese Tiere trotz ihrer gewaltigen Größe und Kraft sind.

Umso trauriger finde ich es, wenn sie für das Vergnügen der Urlauber gequält werden.

Daher bitte ich alle die diesen Beitrag lesen: unterstützt Organisationen wie das Sanctuary die mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen dass es auch einen Tourismus ohne Tierleid gibt!

2 Gedanken zu „Entspannungsurlaub im Land des Lächelns

  1. Meine Lieben! Ich war den Tränen nahe über den Bericht mit den Ellis diese Tiere sind äußerst sozial und feinfühlig und es freut mich das ihr diese Erfahrung machen durftet. Ich wünsche euch noch viele solche Erlebnisse.

    1. Ja ist wirklich schlimm wie sie teilweise behandelt werden…. aber es gibt dann auch solche positiven Beispiele die einen hoffen lassen dass wir Menschen umdenken und Tiere wie Lebewesen behandeln, nicht wie Dinge.
      Danke, es war wirklich atemberaubend!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.