Ich packe meinen Koffer und nehme mit….

Ehrlich gesagt wussten wir lange nicht was wir alles mitnehmen sollten. Von unseren ersten Besuchen und den Erzählungen der anderen Expats wussten wir, dass Wohnungen in China eigentlich immer ausgestattet vermietet werden, wodurch keine Notwendigkeit bestand Möbel mit zu nehmen. Um sich jedoch in einem fremden Land heimisch zu fühlen, wollten wir dennoch Einiges aus unserem Hausstand mitnehmen. Außerdem wäre es meines Erachtens blöd gewesen, Sachen in China neu zu kaufen die wir sowieso schon hatten.

 

Was wir eingepackt haben….

  • Sportutensilien: Fahrräder, Sportmatten, Sling Trainer, Lauf- und Bergschuhe, Rucksäcke, Blackroll,….
  • Gewand
  • Geschirr und Besteck
  • Haushaltsgeräte wie Wasserkocher, Mixstab, ital. Espressokocher (mit den Elektrogeräten sparsam umgehen, könnte Zoll anfallen)
  • Ein paar Gewürze: Achtung, müssen verschlossen sein
  • Bilder und Deko: um sich etwas wie zu Hause zu fühlen
  • Festplatten: hierauf fällt Zoll an; Konsolen würde ich im Koffer mitnehmen
  • Kosmetikartikel: in Mengen die für den Privatgebrauch zutreffend sind
  • Haushaltsutensilien: Wäscheständer, Plastikkübel, Badezimmer-Mülleimer

 

Unser Glück war, dass wir von unserer Firma die Möglichkeit erhielten unsere Sachen in einem Container zu verschiffen. Denn anders wäre es nicht möglich bzw. extrem kostspielig gewesen unsere Habseligkeiten zu versenden.

Da man für den Versand bzw. Import eines solchen Containers doch etwas Fachwissen benötigt, wurde für die Abwicklung ein Unternehmen beauftragt, welches auf Übersiedelungen spezialisiert war.

Den Faktor Zeit (ein Seefracht-Container befindet sich ca. 6 Wochen auf dem Weg von Hamburg nach Shanghai) im Hinterkopf, hatten wir bereits im Mai einen Termin bei uns in der Wohnung bei dem das Umzugsgut besichtigt wurde. Hier wurden wir auch auf einige Dinge aufmerksam gemacht, die bei der Verschiffung nach China zu beachten sind. Zum Beispiel dass auf den Import von Elektrogeräten Zoll anfällt oder dass nur gewisse Nahrungsmittel importiert werden dürfen und nur dann wenn sie noch original verschlossen sind. Ich muss sagen, dass wir hier sehr gut beraten wurden und so legten wir bei diesem Termin fest was in etwa an m³ zusammenkommen und wann die Abholung erfolgen würde. Wir legten diese – in der Hoffnung, dass unsere Sachen noch im August in Shanghai eintreffen würden (falsch gedacht, aber dazu später) – für Ende Juni fest und so blieb uns noch ein gutes Monat um im Detail zu entscheiden was nun wirklich mit sollte und was nicht.

Nachdem sowohl meine als auch Stefan’s Eltern in einem Haus wohnten, hatten wir die Möglichkeit unsere Sachen die wir nicht mitnehmen wollten, bei ihnen zwischen zu lagern, denn wir hatten uns dazu entschlossen unsere Mietkauf-Wohnung aufzugeben. Obwohl wir das gerne in Anspruch nahmen, nutzten wir den Moment um mal wieder radikal auszumisten, denn es ist wirklich unglaublich was sich in knapp 5 Jahren in einer Wohnung so ansammelt.

Das Gefühl sich von nicht mehr Benötigtem zu trennen und somit die Wohnung immer leerer werden zu sehen war einerseits komisch, andererseits aber auch ziemlich befreiend.

Als der Termin für die Abholung immer näher rückte hatte sich in unserem Büro ein Teil von den größeren Dingen angesammelt die wir mitnehmen wollten.

Ein Auszug aus unserem „Gepäck“

 

Die restlichen Sachen räumten wir in Kästen und Laden so zusammen dass wir diese nur mehr mit einem Aufkleber versehen mussten, die Umzugsfirma richtet sich dann nach dieser Markierung und erledigte den Rest.

Auf dem Bild sieht man ein bisschen was wir – abgesehen von Gewand und Küchenutensilien – alles eingepackt haben.

Wie gesagt, Ende Juni 2017 war es dann soweit. Zwei Mitarbeiter der Firma Sobolak rückten an und verpackten unser Hab und Gut mit geübten Handgriffen sicher in Kartons. Unglaublich wie fix das gegangen ist. Innerhalb von nicht einmal zwei Stunden war alles erledigt.

Alle unsere Sachen in verpacktem Zustand

Von uns ging es dann weiter zu unseren Kollegen mit denen wir uns den Container teilten. Einen eigenen zu verschicken wäre wirklich Platzverschwendung gewesen wie man auf dem Bild oben sieht.

Bis der Versand, der für Ende Juli geplant war, erfolgen konnte wurden die Sachen noch bei Sobolak zwischengelagert. Wir mussten noch warten bis Stefan und Martin (sie wurden als Empfänger der Sendung angegeben) ihre Aufenthaltsgenehmigung in China hatten. Diese, und ein Wohnsitz, war notwendig um anschließend die Sachen durch den Zoll zu bringen.

 

Warten auf den Container-Versand…..

Und hier hatten wir alle leider die Rechnung ohne die chinesischen Behörden gemacht. Während bei Stefan alles relativ reibungslos über die Bühne ging, gab es bei Martin Probleme. Ende Juli hatten wir leider noch immer keinen genauen Plan bis wann die Angelegenheit erledigt sein würde. Auch wenn wir vermuteten, dass die Abwicklung innerhalb der nächsten Wochen – in denen der Container auf See wäre – erfolgen konnten, war sich niemand sicher. Aus diesem Grund riet uns Sobolak stark davon ab, den Container zu versenden. Denn würde der Container ohne eingereichte Papiere in Shanghai ankommen, könnte es im Worst Case passieren, dass unsere Sachen vernichtet würden.

So fuhr das Schiff Ende Juli ohne unsere Sachen weg.

Zwischenzeitlich prüften wir sogar ob wir die Sachen nicht doch mit dem Flugzeug schicken sollten. Dazu hatten wir dann aber zu wenig platzsparend gepackt. Wir sind ja davon ausgegangen dass alles mit dem Schiff weggeht und hier war es egal ob wir auch sperrige Dinge wie unsere Fahrräder einpacken….

Natürlich waren wir nicht gerade happy dass sich alles so verzögerte und kurzfristig dachte ich mal: warum haben wir nicht einfach einen eigenen Container genommen?

Aber: das Notwendigste hatten wir im Koffer dabei und außerdem war es sowieso schon zu spät. Also machten wir das Beste daraus.

 

Als wir im Flieger nach China saßen, wussten wir immer noch nicht 100 %-ig fix wann der Container weggehen würde. Die endgültige Entscheidung fiel dann erst am 16.8. Wir hatten es aufgegeben auf die Ausstellung der Dokumente von Martin zu warten und die Sendung wurde stattdessen auf den Namen seiner Freundin Petra umgeschrieben. Obwohl sie erst Anfang September anreisen würde, bekam sie ihre Unterlagen schneller. Man muss nicht alles verstehen….

Das Schiff mit unserem Umzugsgut verließ also am 04.09.2017 den Hafen Hamburg und sollte am 19.10. dann in Shanghai eintreffen.

Während Stefan und ich bis September im Hotel gewohnt hatten (nachzulesen hier: Leben im Hotel), waren wir Anfang Oktober in unsere Wohnung eingezogen und hofften, dass die Zollabwicklung rasch erfolgen würde. Wir hatten uns zwischenzeitlich natürlich schon ein paar Dinge gekauft, aber großteils lebten wir noch mit den Dingen die wir in unseren Koffern hatten. Hier merkt man mal wieder wie wenig man wirklich braucht und was einem zwar das Leben bequemer und angenehmer macht, aber nicht zwingend notwendig ist.

Unser Container traf dann wirklich pünktlich Mitte Oktober im Hafen ein – ja mittlerweile hatten auch alle ihre notwendigen Papiere – und so wurde dann mit der Verzollung begonnen. Das verlief dann, wenn auch langsam, relativ reibungslos. Unseren Kollegen wurde zwar ein Pokerkoffer abgenommen weil man keine Glücksspiel-Utensilien nach China einführen darf, aber ansonsten gab es keine Probleme.

Stefan und ich hatten für November Urlaub gebucht und natürlich kam es genau so, dass wir gerade auf Hainan waren als die Sachen ENDLICH vom Zoll freigegeben und am 23.11.2017 zu uns geliefert wurden (unser Fazit zum Hainan-Urlaub).

Petra war dann so nett und hat unsere Sendung in unserer Wohnung entgegen genommen. Genauso wie beim Verpacken lief auch das Entladen und Auspacken total reibungslos und professionell ab.

Und obwohl wir von der Umzugsfirma darauf hingewiesen wurden, dass für Elektrogeräte Zoll anfallen kann, wurde bei uns nur für die Festplatten eine Kleinigkeit verlangt. Da waren wir natürlich positiv überrascht. Aber anscheinend wird hier doch auf Privatpersonen etwas Rücksicht genommen.

 

Fazit zur Übersiedelung

Obwohl die Firma Sobolak wirklich sehr professionell gearbeitet hat und gut vorbereitet war, gab es bei uns eine ziemliche Verzögerung die aufgrund der bürokratischen Abwicklung vor Ort entstanden ist.

Solltet ihr also euren Hausstand nach China schicken wollen, packt die essentiellen Dinge lieber in euren Koffer. 🙂

 

Was wir mitnehmen/ zu Hause lassen hätten können

Da es in Nantong eine Ikea gibt, hätten wir generell fast alles hier kaufen können aber wie schon ganz am Anfang geschrieben finde ich es unsinnig Dinge neu zu kaufen die man sowieso schon hat.

Wir hatten Glück, dass unsere Wohnung wirklich gut ausgestattet war und so haben wir unseren selbst mitgebrachten Wäscheständer oder Badezimmer-Mistkübel gar nicht gebraucht. Die stehen jetzt im Büro rum, aber egal.

Dafür würde ich beim nächsten Mal doch mehr Haushaltsgeräte einpacken. Da wir Angst vor dem Zoll hatten, haben wir unseren Staubsauger oder auch unseren Mixer daheim gelassen und uns diese in China neu gekauft. Aber das kann man vorher nie wissen und wir waren damit auf der sicheren Seite.

Meinem Schatz fehlt sein Speed-Bike das wir immer mitten im Wohnzimmer stehen hatten, aber ehrlich gesagt bin ich froh dass wir es nicht mitgenommen haben, denn sonst würde es wahrscheinlich wieder dort statt im Büro stehen ;-).

Im Großen und Ganzen haben wir aber eigentlich ganz gut gepackt.

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