Der erste Besuch aus der Heimat – Beijing (3/4)

Nachdem wir am Vortag unser vermeintliches Highlight des Urlaubs erlebt hatten, gingen wir es – trotz der Vielzahl an Attraktionen die Peking zu bieten hat – die letzten beiden Tage noch etwas ruhiger an. Denn gerade was zum Beispiel Tempel betrifft, wenn man nicht dieser Glaubensrichtung angehört, sieht einer wie der andere aus. Das soll natürlich nicht abwertend klingen aber als Nicht-Kenner habe ich diese Erfahrung gemacht.

 

Deswegen hatten wir uns vorgenommen den neuen Sommerpalast zu besuchen, da dieser als einer der best erhaltenen kaiserlichen Gärten zählt und ebenfalls ein UNESCO Welterbe ist.

Obwohl der Sommerpalast etwa 10 km außerhalb des Stadtzentrums liegt ist er gut an das Verkehrsnetz angeschlossen und somit ganz einfach mit der U-Bahn Linie 4 erreichbar.

Da es mittlerweile Wochenende war und wir dem größten Ansturm entkommen wollten, war dies unser erstes Ziel am Morgen. Außerdem wussten wir nicht wie viel Zeit wir wirklich einplanen mussten, denn das gesamte Areal ist unheimlich groß und man kann dort ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen.

Wir kauften uns ein Kombi-Ticket (60 RMB pro Person – mit diesem bekommt man Zutritt zu den kleineren Sehenswürdigkeiten am Areal) und machten uns auf den Weg.

Gleich nach dem Eingang kommt eine Nachbildung des Tongli Water Town in Suzhou – genannt Suzhou Street. Diese wird dem Original natürlich nicht gerecht aber ist ganz nett anzusehen und nachdem wir mit meiner Familie nicht in Suzhou waren, bekamen sie einen Eindruck wie es dort zirka aussieht.

 

Suzhou Street im Sommerpalast

 

Von dort gerade weiter geht es auf den Longevity Hill mit den Four Great Regions, einem Gebäudekomplex im tibetanischen Stil. Diese vier buddhistischen Gebäude symbolisieren die vier Regionen bzw. Kontinente welche dem Glauben nach Mont Sumeru – dem physischen und spirituellen Zentrum des Universums – umkreisen.

 

Four Great Regions

 

Dahinter liegt der Gipfel des Hügels von dem man zum darunterliegende Areal gelangt. Etwa 3/4 davon nimmt der Kunming-See ein. Viele nutzen die Möglichkeit einer Bootsfahrt um einen anderen Blickwinkel auf den Sommerpalast zu bekommen.

 

Marschiert man hinunter und biegt leicht links ab, kommt man zum Pavillion des Buddhistischen Wohlgeruchs der auf einem weiteren Hügel liegt und die Spitze mehrerer bekannter Gebäude wie dem Bronze-Pavillion, der Halle der Freude und der Langlebigkeit sowie der Hall of Dispelling Clouds bildet.

Von dort oben überblickt man den gesamten Bereich sehr gut und man bekommt einen Eindruck über welche Größe sich der Sommerpalast erstreckt.

Entlang der Seepromenade findet sich der Wandelgang, eine Art Freiluft-Kunstgalerie die die Hauptattraktionen miteinander verbindet. Auf den 273 durch ein Dach verbundenen Säulenpaaren finden sich rund 8000 Bilder, welche verschiedenste Landschafts-, Blumen- und Vogelmotive zeigen.

 

 

Wie schon am Anfang erwähnt bietet der Sommerpalast eine Vielzahl von weiteren bekannten Monumenten. Das Marmorschiff, die 17-Bogen-Brücke und der Bronze-Ochse sind nur ein paar Beispiele.

Für uns war es aber genug – die Leute wurden immer mehr und wir hatten schon einen guten Eindruck bekommen und so beschlossen wir essen zu gehen.

Gesagt, getan.

 

Die Dichte an UNESCO-Welterbe-Stätten in Peking ist relativ hoch – so auch der Himmelstempel den mein Dad unbedingt sehen wollte. Am späten Nachmittag fuhren wir mit der Linie 5 zum Tiantangdongmen und kauften ein Ticket am Eingang. Es kam uns schon ein bisschen komisch vor, dass die Dame am Eingang nicht mehr den vollen Preis verlangte, da es aber schon relativ spät war, dachten wir dies wäre der Grund…

Erst als wir durch den Park gegangen und am Eingang zum Himmelsaltar angekommen waren wussten wir warum. Denn wir durften nicht mehr hinein…. Der Park selbst hatte länger geöffnet als der Platz vor und der Altar selber.

Ohne den Altar – der früher jedes Jahr vom Kaiser besucht wurde um den Himmel um eine reiche Ernte zu bitten – gesehen zu haben zogen wir ab.

Himmelstempel – bzw. was wir davon zu sehen bekamen

 

Also was sollten wir sonst machen? Wir entschieden uns – wie sollte es auch anders sein – für Streetfood und ein paar Drinks.

In Peking gibt es abseits der Shoppingmeilen Straßen voll mit einheimischen Snacks die zum Kosten einladen, natürlich wird hier auch Ausgefallenes wie zum Beispiele Skorpione am Spieß angeboten, die vor allem Touristen anlocken sollen. Egal wie weit man selbst gehen möchte – ein Besuch lohnt sich!

Nahe dem Belltower in Beijing gibt es einige Hutongs mit kleinen Gassen die voll sind von Ständen mit Snacks und Bars. Optimal um einen netten Abend zu verbringen.

 

Nachdem wir die Tage in Peking sehr genossen und viel gesehen haben stand der nächste Stopp auf dem Programm – Xi’an!

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