Nanjing – Südliche Hauptstadt

Nanjing ist heute Hauptstadt der Provinz Jiangsu in der wir leben, war eine Zeit lange sogar Hauptstadt von China (daher auch der Name) und eine der historischen Hauptstädte zur Zeit der chinesischen Kaiserreiche.

Das war mit einer der Gründe – neben den Empfehlungen von chinesischen Bekannten – warum wir zum Mai-Feiertag beschlossen dort zwei Tage zu verbringen.

Also fuhren wir am Samstag früh morgens mit dem Zug von Nantong weg (105,5 RMB pro Person). Nach knapp zwei Stunden Fahrt kamen wir so gegen 10 Uhr in Nanjing an. Super praktisch ist auch hier, dass es eine U-Bahn gibt. Wie in jeder größeren Stadt ist die leicht verständlich und man kommt schnell von A nach B. Eine Karte haben wir uns in diesem Fall nicht gekauft, da sich das wahrscheinlich nicht ausgezahlt hätte (wir hatten vor Einiges zu Fuß zu gehen). Eine Einzelfahrt kostet zwei RMB pro Person und wir haben die ganzen zwei Tage in Summe 12 RMB für die Metro gebraucht.

 

Nachdem wir erst gegen zwei Uhr in unser Hotel einchecken konnten, machten wir uns gleich direkt auf dem Weg zum Konfuziustempel. In diesem Bereich gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viele chinesische Stände mit Essen und da wir nicht viel gefrühstückt hatten, kam uns das sehr gelegen. Außerdem wollten wir noch gemütlich durchschlendern bevor die Massen am späten Nachmittag ankamen – an chinesischen Feiertagen ist ja bekanntlich das halbe Land auf den Beinen.

Gestärkt von ein paar Dumplings erkundeten wir die Scenic Area rund um den Tempel. Hier ein paar Eindrücke:

 

 

Der Konfuzius Tempel selbst musste nach Zerstörungen immer wieder aufgebaut werden. Einige sagen, dass er mittlerweile nicht mehr sehr authentisch wirkt, ich finde man kann schon noch die ursprüngliche Baukunst sehen.

 

Südlich des Tempelareals erstreckt sich die Stadtmauer Nanjings, welche vor etwa 600 Jahren während der Ming-Dynastie erbaut wurde um die Stadt vor Feinden zu beschützen. Sie wurde von rund 200.000 Arbeitern über einen Zeitraum von 21 Jahren gebaut und zählt mit ihrer ursprünglichen Länge von ca. 35 Kilometern zu den größten Stadtmauern welche jemals in China errichtet wurden. Den obligatorischen Spaziergang darauf haben wir uns aufgrund der Hitze gespart, ist aber sicher zu empfehlen. Die sehr gut erhaltene Stadtmauer bietet schon von unten einen imposanten Anblick.

 

Um etwas zu rasten checkten wir dann am Nachmittag in unser Hotel ein. Hier muss ich erwähnen, dass das Scholars Hotel im Stadtteil Xinjiekou sehr zu empfehlen ist. Preislich wirklich in Ordnung (ca. 28 EUR pro Person/Nacht), nettes Personal und sehr sauber.

 

Am Nachmittag hatten wir gesehen, dass man für 60 RMB eine 45-minütige Bootsfahrt in der Altstadt machen kann. Also machten wir uns nach dem Essen in einem netten Restaurant namens Oasis (nein, diesmal kein chinesisch 😉 ) auf den Weg dorthin.

Restaurant Oasis

Und da wurde uns zum ersten Mal bewusst wie es zu einem chinesischen Feiertag wirklich zugehen kann. Die Straßen waren überflutet von Menschenmassen und als wir zu den Booten kamen, hatte sich dort eine Schlange gebildet die so lange war, dass ich mir nicht sicher war ob wir da am selben Tag noch drankommen würden. Das war mir dann doch zu viel und so beschlossen wir anstatt der Bootsfahrt noch einen gemütlichen Spaziergang zu machen. Am Abend war alles schön beleuchtet und die Tempelanlage in schönes Licht getaucht. Das Wetter war optimal – wir hatten am Abend noch 20 Grad und so ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

 

Nanjing bei Nacht

 

Am nächsten Tag ging unser Zug erst abends zurück und so hatten wir noch den ganzen Tag um uns etwas anzusehen.

Ich hatte am Abend zuvor noch im Internet gesucht was wir noch machen könnten und bin da auf einige Must-See’s gestoßen die man gut miteinander verbinden kann. Da wir den Ausflug spontan gemacht haben, hatten wir uns nicht besonders gut darauf vorbereitet. Generell finde ich es meist besser sich vom örtlichen Geschehen treiben zu lassen….

Und so machten wir uns – nachdem wir uns einen Kaffee und eine Kleinigkeit zum Frühstück geholt hatten – mit der U-Bahn auf den Weg zur Zhongshan Mountain Scenic Area. Das hört sich jetzt wie ein Nationalpark im Gebirge an, in Wahrheit handelt es sich um ein bewaldetes Gebiet rund um einen Hügel an dem viele Touristenattraktionen liegen. Eigentlich gleicht es mehr einem großen Park – zumindest den Teil den wir gesehen haben.

Gleich beim Ausstieg aus der U-Bahn bekam ich es mit der Angst zu tun. Erneut hatte sich eine schier endlose Schlange gebildet und ich sagte schon zu Stefan: „Wenn das die Schlange zum Eingang ist, drehen wir gleich wieder um“. Zu unserem Glück handelte es sich um die Warteschlange für den Touri-Bus, der die Chinesen durch den Park von einer Attraktion zur nächsten kutschierte.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen mich da anzustellen. Der richtige Eingang kam dann erst etwas später. Dort mussten wir ein Ticket kaufen (100 RMB/Person) mit dem wir dann das ganze Gebiet und alle Sehenswürdigkeiten besichtigen konnten.

 

Als Erstes gingen wir Richtung Peach Blossom Hill. Wie schon vermutet befanden wir uns fast alleine auf den schmalen Gehwegen, da der Großteil der Leute mit den, wie kleine Züge aussehenden, Bussen unterwegs waren. Leider war es bereits zu spät die Bäume in voller Blüte zu sehen ansonsten hätte sich uns sicher ein wunderschöner Anblick von der kleine Anhöhe aus geboten.

Ähnlich war es leider auch beim Purple Mountain Observatory, es waren zwar ein paar Bäume mit rot gefärbten Blättern zu sehen, aber weit nicht so wie es wohl im Herbst sein musste, wenn der ganze Wald in purpur getaucht ist.

Purple Mountain

Auf der Suche nach etwas Essbarem – ich muss gestehen, ich hatte nicht erwartet dass es so schwierig war hier was zu finden, normalerweise gibt es überall wo Chinesen sind kleine Stände – kamen wir beim Meiling Palace bzw. auch als May-ling Villa bekannt vorbei. In das Dach dieser 1931 erbauten Villa sind über 1000 Phönixe geschnitzt. Um etwas Kraft zu tanken, aßen wir dort im Cafe etwas Süßes.

Meiling Palace/ May-ling Villa

Kurz vor der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit wurden wir dann doch noch fündig und aßen in einer Strassenküche sehr leckere scharfe Nudeln mit Gemüse für 8 RMB pro Person.

Strassenküche

Gestärkt ging es dann zum letzten Punkt den wir uns vorgenommen hatten, dem Dr. Sun Yat-sen’s Mausoleum (muss man lt. diversen Auskünften gesehen haben wenn man in Nanjing ist). Dieses Mausoleum wurde dem Pionier der demokratischen Revolution Dr. Sun Yat-sen gewidmet und als wichtige historische und kulturelle Stätte unter Denkmalschutz gestellt.

 

Dr. Sun Yat-sen’s Mausoleum

 

Anschließend gingen wir durch einige schöne Gärten wieder Richtung Eingangsbereich. Da das Areal relativ groß ist muss man – sollte man nicht den Bummelzug nehmen – doch viel Zeit einrechnen.

Wir tranken noch einen Kaffee in einem nahe liegenden Einkaufszentrum bevor wir dann zum Bahnhof und danach nach Nantong zurück fuhren.

Mir persönlich hat Nanjing sehr gut gefallen und man kann hier leicht drei Tage/zwei Nächte verbringen (wir haben bei Weitem nicht alles gesehen, wollten uns aber auch keinen Stress machen).

Definitiv eine Reise wert!

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