Suzhou – Tongli Water Town

Gestern und vorgestern war bei uns ein Feiertag. Ganz ehrlich gesagt weiß ich noch immer nicht genau welcher, lt. ein paar unserer chinesischen Mitarbeiter hat es etwas mit Ahnenverehrung (ähnlich wie bei uns Allerheiligen) zu tun.

Wir haben den freien Tag genutzt um uns nahe Suzhou die historische Stadt Tongli anzusehen. Bekannt ist diese als Water Town oder Orientalisches Venedig aufgrund der vielen engen Gassen die mit Kanälen durchzogen sind.

Von Nantong aus fährt man circa 1 Stunde 40 Minuten mit dem Auto. Wir hatten kurz überlegt den Bus zu nehmen, da aber aufgrund des Feiertags auf den Autobahnen keine Maut anfällt, haben wir uns doch für eine Fahrt mit dem Auto entschieden – ist ja doch praktischer und man ist flexibler. Vor allem weil wir auch zeitig los wollten um dem Menschenandrang zuvor zu kommen (Public Holiday!).

Also fuhren wir gleich morgens um 8 Uhr los und kamen inklusive kurzer Pause um ca. 10 Uhr an. Direkt im Bereich um den Eingang gibt es etliche kleine Parkplätze die man für um die 10 RMB nutzen kann.

Bevor es in den Altstadtbereich geht findet sich noch eine lange Straße mit Unmengen an kleinen Shops in denen man sowohl Souvenire als auch Essen jeder Art kaufen kann. Der Eintritt selbst beläuft sich auf 100 RMB pro Person. Da wir so bald dran waren, mussten wir weder beim Ticketschalter noch beim Eingang selbst anstehen.

 

Nicht umsonst ist Tongli eine der sechs bekanntesten Ancient Towns südlich des Yangtze Rivers. In der über tausend Jahre alten Stadt ticken die Uhren noch etwas langsamer und es hat den Anschein als ob hier wirklich vor allem Senioren wohnen. Entlang der Kanäle sieht man alte Damen ihre Wäsche waschen, es wird Gemüse von kleinen Wägen angeboten und obwohl natürlich schon Elektrizität vorhanden ist, ist der generelle Lebensstandard auf Basisniveau – wahrscheinlich auch durch die Unzugänglichkeit basierend auf den schmalen Gassen. Dennoch für manche kein Hindernis nicht doch mit dem Ebike zu fahren ;-). Es hat mich aber schon gewundert, dass in dieser Touristenattraktion noch normal gewohnt und gelebt wird…

 

Eine alte Dame beim Waschen

 

Natürlich ist für den Tourismus schon einiges angepasst worden. Während in den schmalen Gassen noch das Ursprüngliche erhalten geblieben ist, finden sich vor allem entlang der Kanäle und auf der Hauptstraße  viele Shops in denen lokale Waren wie Hornkämme  oder Tee angeboten werden, Coffeeshops und winzige Restaurants in denen man eine Pause einlegen und einfach dem Treiben zusehen kann.

 

Es gäbe auch die Möglichkeit mit einem der typischen Boote durch die Wassergräben zu fahren (etwa 30 Min. für ca. 90 RMB – in einem Boot haben 6 Personen Platz), wir haben es aber vorgezogen einfach herum zu schlendern und die Atmosphäre zu genießen. Außerdem denke ich, war dies nicht das letzte Mal dass wir nach Tongli kommen werden.

 

Boote mit denen man eine Rundfahrt machen kann

 

Für Kunstliebhaber bietet die Stadt auch Einiges an Programm, es gibt Herrenhäuser von bekannten Handwerkern, Malern oder Dichtern. Da wir aber nicht so kunstinteressiert sind und uns das entsprechende Hintergrundwissen fehlt, haben wir uns nichts davon angesehen.

Um nicht doch noch von den Menschenmassen eingeholt zu werden, sind wir um ca. 13:00 Uhr wieder zurück nach Nantong gefahren. Grundsätzlich könnte man in Tongli aber sicher einen ganzen Tag verbringen – es hätte noch Vieles anzusehen gegeben (das Areal ist riesig, ich weiß aber nicht ob alles für Touristen zugänglich ist).

Für uns war es aber die richtige Entscheidung, denn als wir raus gingen sahen wir Unmengen von Leuten Richtung Eingang gehen. Es war ja doch ein Feiertag und da machen auch Chinesen Ausflüge zu bekannten Sehenswürdigkeiten.

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