Leben im Hotel….

… stellt man sich grundsätzlich recht angenehm vor. Man wird bekocht, muss nicht putzen und kann seine Freizeit entsprechend mit Dingen verbringen die einem Spaß machen. Was sich anfangs noch klasse anhört, wird mit der Zeit doch eher langweilig und etwas mühsam.

Wir sind nun mittlerweile seit 6 Wochen im Jinshi Hotel in einem Service Department einquartiert. Diese Zimmer sind etwas größer als normale Hotelzimmer – vermuten wir zumindest – und mit einer Mikrowelle und einer Waschmaschine sowie einem kleinen Bügeleisen ausgestattet. Das mit der Mikrowelle ist zwar gut gemeint, aber wir haben sie bis dato noch nie benutzt, denn wenn man nicht selber kocht hat man auch nicht wirklich was zum Aufwärmen (und ehrlich gesagt verwende ich Mikrowellen nur im Notfall).

Ganz im Gegenteil zur Waschmaschine. Das ist wirklich praktisch. Einziges Manko: ich glaube niemand hat sich überlegt wo man die nasse Wäsche dann zum Trocknen hinhängen soll ;-). Nachdem Stefan dieses Problem bereits bei seinem letzten Aufenhalt hatte, haben wir aus Österreich eine Wäscheleine mitgenommen und diese provisorisch zwischen zwei offenen Kästen gespannt.

 

Unsere improvisierte Wäscheleine

Die Miniversion eines Bügeleisen erfüllt nur notdürftig ihren Zweck, weshalb ich beschlossen habe nur wirklich die Dinge zu bügeln bei denen es notwendig ist.

Aber all das ist eigentlich Jammern auf hohem Niveau, denn wären wir in einem normalen Hotelzimmer untergebracht, hätten wir keines dieser Dinge.

Natürlich hat das Leben im Hotel auch seine Vorteile. Wie oben angeführt müssen wir unsere Freizeit z.B. nicht mit Hausarbeit verbringen – gerade für mich ein Pluspunkt. Wir können auch das hauseigene Fitnessstudio und den Indoor-Pool benützen, was wirklich ziemlich cool ist.

Ein Punkt an den ich mich im Hotel aber nicht so leicht gewöhnen kann, ist das Essen. Obwohl das Frühstücksbuffet eine riesige Auswahl bietet, ist es doch jeden Tag das selbe und wird nach sechs Wochen wirklich langweilig. Ich bin es gewöhnt mir morgens ein gesundes Frühstück mit Obst, Haferflocken, Joghurt oder einen Smoothie zuzubereiten. Diese Möglichkeit habe ich hier leider nicht. Generell ist das Buffet eher deftig und kalorienreich, was bei einem längeren Aufenthalt wie dem unseren nicht gerade von Vorteil ist :-).

Frühstücksbuffet

Prinzipiell gerät man eher in Versuchung sich nicht so gesund zu ernähren wenn man nicht selber kocht. Denn wenn wir abends nicht mit unseren Kollegen irgendwohin gehen, kann es schon passieren dass wir uns einfach irgendwo etwas holen das wir dann leicht am Zimmer essen können. Und das ist meist nicht sehr ausgewogen. Da wir es aber von zu Hause gewöhnt sind gesund zu essen, stellt das – gerade für mich – schon ein Problem dar.

Frühstück (French Toast, Joghurt mit Kiwimarmelade, Melone)

Was mich aber eigentlich am meisten stört, ist dass wir nach wie vor wie aus dem Koffer leben und man sich in einem Hotelzimmer nie wirklich daheim fühlt. Für mich bedeutet das, dass ich noch nicht richtig angekommen bin. Ich freue mich schon riesig darauf, wenn unsere Sachen mit dem Container kommen und wir unsere Wohnung mit Sachen von daheim (Deko, Bilder,…) einrichten können. Das ist wie ein kleines Stückchen Heimat fernab von seinen Liebsten.

Ich möchte keinen undankbaren Eindruck vermitteln oder ein negatives Bild des Jinshi-Hotels, sondern lediglich aufzeigen welche Nachteile ein Hotelaufenthalt mit sich bringt, gerade weil das manchen nicht bewusst ist und wir schon manchmal gehört haben: seid doch froh wenn ihr im Hotel bleiben könnt, ist doch super.

Danke auch an unsere Firma, dass wir die Zeit bekommen haben uns in Ruhe eine Wohnung zu suchen und sie uns hierbei unterstützt hat.

Zum Thema Wohnungssuche wird es noch einen eigenen Post geben, ich kann euch aber schon verraten, dass wir diese Woche eine gefunden haben und wir kommenden Dienstag den Schlüssel bekommen. Somit steht unserer endgültigen Ankunft nichts mehr im Weg.

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