Die ersten beiden Wochen in China

Heute sind wir genau zwei Wochen in China.

Viele haben uns schon kontaktiert und gefragt wie es uns geht. Die meisten sind neugierig und wollen wissen wie wir uns jetzt fühlen. Tja, wie fühlt man sich als Auswanderer? Ehrlich gesagt ist es im Moment fast noch wie Urlaub. Wir leben im Hotel, bekommen somit das Frühstück serviert und abends gehen wir meistens essen.

Natürlich nur fast, denn in der Arbeit werden wir gleich von Anfang an gefordert und unsere Arbeitstage sind lang, denn es gibt viel zu tun. Die ersten Tage nach unserer Ankunft waren bei mir noch etwas chaotisch, ich musste mich erst bei vielen Dingen auf den neuesten Stand bringen, mich selbst organisieren und da sich zwei große Projekte gerade in der Endphase befinden, landen viele dringende Angelegenheiten auf meinem Tisch. Anfangs fühlte ich mich dadurch etwas überfordert, ich fand aber schnell heraus welche Punkte die wichtigsten und wer die richtigen Ansprechpartner für bestimmte Dinge sind und somit kam die Sicherheit relativ schnell zurück.

Vor allem aber können wir uns glücklich schätzen, dass die anderen Expats so gute Vorarbeit geleistet haben, über alles Bescheid wissen und es immer jemanden gibt den man fragen kann (auch wenn es einem selbst vielleicht unangenehm ist). Es ist wirklich super, dass hier eine so gutes Miteinander herrscht und man jederzeit fragen kann wenn man etwas braucht. Wahrscheinlich ist dies auch dadurch begründet, dass unsere österreichischen Kollegen hier in China wirklich froh sind, jetzt weitere Unterstützung zu bekommen, denn mit dem Wachstum das wir aktuell verzeichnen, werden natürlich auch die Aufgaben immer mehr und können nicht mehr von so wenigen koordiniert und bearbeitet werden. Eines ist fix, langweilig wird es die nächsten Jahre sicher nicht.

Was das Organisatorische betrifft werden wir von unserer Firma extrem gut betreut. Bereits am Tag nach unserer Ankunft ging es gemeinsam mit einem chinesischen Mitarbeiter zur Bank um ein Konto einzurichten. Ganz ehrlich, ich denke nicht dass das ohne chinesische Hilfe bzw. das entsprechende Vokabular möglich ist – zumindest in einer kleinen Stadt wie Nantong.

Für die Übergabe/die Einrichtung der Simkarte des Firmenhandys kam sogar jemand von der Telekom direkt zu uns in die Firma – das nennt man serviceorientiert (da könnte sich der eine oder andere Mobilfunkanbieter in Österreich eine Scheibe abschneiden). Anzumerken ist, dass man für all diese Dinge in China seinen Pass benötigt. Umso wichtiger war es unserem Arbeitgeber dass wir die wichtigsten Punkte direkt nach unserer Anreise erledigen konnten, da zur Beantragung der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung der Originalpass eingeschickt werden muss und dann für eine Zeit lang nicht verfügbar ist.

Der nächste Punkt der ganz oben auf der Liste steht ist eine Wohnung zu finden. Denn auch wenn es sich super anhört im Hotel zu wohnen, ist es doch meines Erachtens eher ungemütlich. Man lebt aus dem Koffer und fühlt sich einfach nicht zu Hause. Für die Wohnungssuche wurde bereits eine Marklerin beauftragt, von der wir vorab per Mail bereits zwei Vorschläge erhalten haben. Anders als in Europa sind in China Wohnungen nicht öffentlich zum Beispiel online inseriert, sondern werden durch kleine Marklerbüros angeboten. An gefühlt jeder Straßenecke findet man derartige Büros. Umso schwieriger ist es aber auch einen Markler zu finden, der wiederum die richtige Wohnung für einen findet. Sollte man sie dann gefunden haben, kommt es spätestens bei der Kommunikation mit dem Vermieter zu Sprachbarrieren. Entsprechend schwierig könnte sich die Suche ohne chinesische Hilfe gestalten. Auch hier haben wir den Vorteil, dass unsere Firma bereits ganz gute Kontakte diesbezüglich hat.

Wie gesagt haben wir heute zwei Vorschläge erhalten, die leider auf den ersten Blick nicht so unserem Geschmack entsprechen. Dennoch werden wir diese besichtigen (anders als bei uns habe die anderen Expats schon die Erfahrung gemacht, dass die Bilder meist eher schlecht aufgenommen sind und man sich dadurch nur schlecht ein Bild machen kann).

Chinesen sind bekannt dafür, dass sie gerne viel Prunk und Kitsch in ihren Wohnung haben, entsprechend pompös sind manche Appartements eingerichtet. Nicht ganz das, was unserem europäischen Geschmack entspricht. Natürlich sind wir nicht darauf eingestellt, dass die Einrichtung wie in Österreich aussieht, aber in gewissen Gegenden ist diese schon etwas an Ausländer angepasst. Somit werden wir sicher etwas passendes für uns finden.

Wie bereits eingangs erwähnt kann man aufgrund unserer Unterbringung im Hotel noch nicht behaupten, dass bereits Alltag eingekehrt ist aber grundsätzlich fühlen wir uns wohl und haben uns schon eingewöhnt. Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

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