Impfungen für Langzeitaufenthalte in China

Impfen an sich ist ja ein viel diskutiertes Thema, egal ob es um einen persönlich, die eigenen Kinder oder die Allgemeinheit geht. Gerade in unserem Freundeskreis mussten wir schon öfter feststellen dass es hier sehr unterschiedliche Ansichten gibt, welche nicht selten zu hitzigen Diskussionen – gerade bei Müttern mit kleinen Kindern – geführt haben.

Meines Erachtens gibt es hier kein richtig oder falsch, jeder muss selbst entscheiden was für ihn und seine Familie das Beste ist.

Genauso verhält es sich auch bei Impfungen für Langzeitaufenthalte in China. Wenn man im Internet „Impfempfehlungen für China“ eingibt wirft es einem jede Menge Informationen und die unterschiedlichsten Ratschläge aus. Es gilt die Risiken anhand seines persönlichen Reiseplans, der Aufenthaltsdauer und den örtlichen Gegebenheiten abzuwägen. Sollte man seinen Auslandsaufenthalt rein auf städtische Gebiete wie zB.: Shanghai beschränken, wird eine Tollwut-Impfung wahrscheinlich nicht notwendig sein. Ist jedoch eine Reise ins Landesinnere an entlegene Orte geplant, bei denen die Gesundheitsversorgung nicht unbedingt durch ein nahe liegendes Krankenhaus abgedeckt ist, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Zu unterscheiden sind natürlich auch Urlaub und Langzeitaufenthalte wie in unserem Fall. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung fällt bei Kurztrips natürlich wesentlich geringer aus als bei längeren Aufenthalte, wobei sie natürlich nie ausgeschlossen werden kann.

Wir wurden über das Thema Impfungen sehr ausführlich von unserem Betriebsarzt informiert und ich möchte euch hier einen kurzen Überblick über die uns empfohlenen Impfungen geben und auf die nicht so bekannten kurz eingehen:

 

  • Hepatitis A+B: ich denke diese Impfung ist jedem bekannt und ich muss nicht näher darauf eingehen.

 

  • Typhus: bei Typhus handelt es sich um eine Impfung welche standardmäßig für Reisende in tropische und subtropische Gebiete empfohlen wird. Typhus wird vor allem durch verunreinigtes Wasser übertragen und verläuft von den Symptomen her ähnlich wie eine Grippe (Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber), kann jedoch bei unbehandeltem Voranschreiten zum Tode führen. Diese einmalige Impfung sollte so knapp wie möglich vor der Abreise (jedoch mindestens zwei Wochen vorher) durchgeführt werden (Kosten ca. € 40).

 

  • Japan B Enzephalitis: diese wird vor allem durch Mücken übertragen und ähnelt der bei uns durch Zecken übertragenen Borreliose. Meist kommt es zu Fieber und grippeartigen Beschwerden bzw. kann es zu einer Gehirnhautentzündung (Encephalitis) kommen. Vor allem in Reisanbaugebieten und während der Regenzeit ist mit einem erhöhten Risiko zu rechnen und man sollte dieses zusätzlich durch lange Kleidung und Moskitonetze minimieren. Diese Impfung besteht aus mehreren Teilimpfungen (0/28 Tage sowie eine empfohlene Auffrischung nach ca. einem Jahr, Kosten ca. € 110 pro Dosis).

 

  • Tollwut: während Österreich als Tollwut-frei gilt, haben wir gehört dass es in China im ganzen Land jährlich zu knapp 2.000 Todesfällen kommt. Tollwut wird durch Tierbisse z.B. von Hunden oder Affen übertragen. Das Problem bei Tollwut ist, dass nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist ob das Tier, von dem man gebissen wurde, nun mit Tollwut infiziert ist oder nicht und – sollte dies zutreffen – das Gegenmittel innerhalb kürzester Zeit verabreicht werden muss, da ansonsten der sichere Tod eintritt. Wie bereits oben angeführt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion in Städten eher gering, da wir jedoch planen verschiedene Teile Chinas zu bereisen, haben wir uns dafür entschieden dies zu impfen. Hierbei ist noch anzuführen, dass die Tollwut-Impfung aus drei Teilen besteht (0/7/28 Tage) und mit ca. € 90 pro Impfdosis zu rechnen ist.

 

Natürlich ist diese Aufzählung von möglichen Impfungen keinesfalls vollständig. Hierbei handelt es sich lediglich um jene, welche für unsere Zwecke empfohlen wurden. Ich habe versucht diese – nach bestem Wissen und Gewissen – klar verständlich zusammenzufassen. Man sollte sich auf jeden Fall selber rechtzeitig (hier bitte die Vorlaufzeit für die Beschaffung des Impfstoffes sowie die Intervalle bei Mehrfach-Impfungen berücksichtigen) beim Arzt seines Vertrauens oder auch in einem Tropeninstitut beraten lassen. Nach ausführlicher Beratung wird ein auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmter Impfplan erstellt.

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