Das Angebot

Es war ein ganz normaler Arbeitstag als mein Mann Stefan mich auf einmal untertags anrief. Das kam mir gleich etwas komisch vor, es kommt zwar hin und wieder vor dass er mir schreibt aber wenn er mich während der Arbeit anruft, muss schon etwas sein das nicht bis abends warten kann.

Und so war es in diesem Fall auch. Er war aufgeregt weil sein Chef auf ihn zugekommen war und ihn gefragt hat ob er sich nicht vorstellen könnte beruflich ins Ausland – konkret nach China – zu gehen um dort beim Ausbau des noch relativ jungen Standortes mitzuhelfen. Ein derartiges Angebot bekommt man immerhin nicht jeden Tag!! Im ersten Schritt ging es nur einmal um ein Informationsgespräch. Bevor er jedoch dazu eine Aussage machen wollte, wollte er sich mit mir abstimmen.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch: soll er es sich anhören, ich kann mir nicht vorstellen dass das etwas für ihn ist. Dazu muss man wissen dass mein Schatz ein Mensch ist, der zwar gut mit Veränderungen umgehen kann und grundsätzlich immer positiv denkt aber auch jemand ist, der das Vertraute liebt und dem der regelmäßige Kontakt zu seiner Familie wichtig ist.

Also sagte ich, er solle sich die Informationsveranstaltung anhören und mir dann berichten. Da wir bis dahin nur wenige Infos bekommen hatten, war die Thematik für mich vorübergehend zur Seite geschoben. Das änderte sich schlagartig nachdem Stefan das Gespräch mit seinem Chef hatte und er mir offenbarte, dass sich das alles sehr interessant anhörte und für ihn – unter der Voraussetzung dass wir gemeinsam gehen – durchaus in Frage käme. Da er natürlich von Anfang an klar gemacht hatte, dass er diesen Schritt nur mit mir gemeinsam macht, stand auch für mich ein Angebot im Raum. Passenderweise wurde für den Standort nahe Shanghai auch jemand für den Einkauf gesucht.

Ok, jetzt mussten wir uns wirklich konkret damit auseinandersetzen.

Zuerst einmal mussten wir uns darüber im Klaren sein ob wir wirklich beide diesen Schritt wagen wollten. Für mich würde das unter anderem bedeuten meinen derzeitigen Job – den ich seit fast 10 Jahren und vor allem gerne ausübte – aufzugeben. Da sich aber in meiner Abteilung eine Änderung ergeben hatte (mein Chef mit dem ich seit Anfang an zusammen gearbeitet hatte, hatte nämlich auch gekündigt) konnte ich mir durchaus vorstellen in eine neue Firma zu wechseln. Natürlich gab es noch viele andere Argumente welche für und gegen diese Veränderung sprachen – mehr dazu aber in einem späteren Blog-Post.

Nachdem wir für uns entschieden hatten dass es für uns durchaus in Frage kam, vereinbarten wir einen gemeinsamen Termin in Stefan’s Firma. Hier wurde uns auch dann die Möglichkeit eines Look-and-See-Trips angeboten, was ich persönlich super fand. So konnte man sich vor Ort einen Eindruck verschaffen und anschließend entscheiden. Siehe dazu meinen Post Look-and-See-Trip. Leider stand bereits von Anfang an fest dass ich diesen nicht mit antreten konnte, da dieser in der letzten Arbeitswoche meines derzeitigen Chefs stattfand. Für mich war aber klar, dass Stefan für uns viele Eindrücke sammeln konnte die uns in unserer Entscheidungsfindung unterstützen würden und ich ihm soweit vertraute dass er (auch für mich) eine Einschätzung machen konnte ob ein zwischenzeitliches Leben in Nantong in Frage kam.

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